Tagungsorganisation

 

2021

DIGITALE Fachtagung der Polnisch Histirschen Mission (Universität Würzburg) "Jeder hat das Recht auf eine Staatsangehörigkeit" (20.–21.09.)

Die Tagung wird unter der Schirmherrschaft von Frau Staatsministerin Melanie Huml und Herrn Generalkonsul Jan M. Malkiewicz veranstaltet.

gefördert durch die 'Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung (DPWS)' und das 'Haus des Deutschen Ostens (HDO)'

Veranstalter*innen: Renata Skowrońska (Polnische Historische Mission an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg/Nikolaus-Kopernikus-Universität Toruń), Andreas Otto Weber (Haus des Deutschen Ostens (HDO)), Andrzej Radzimiński (Nikolaus-Kopernikus-Universität Toruń, Institut für Geschichte und Archivkunde, Lehrstuhl für Geschichte der skandinavischen Länder sowie des Mittel- und Osteuropas), Helmut Flachenecker und Lina Schröder (Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Philosophische Fakultät, Lehrstuhl für Fränkische Landesgeschichte)

 

Ziel der Tagung ist die Darstellung der Entwicklung des Konzepts der Staatsangehörigkeit als gegenseitiges Rechtsverhältnis zwischen dem Individuum und dem Staat unter besonderer Berücksichtigung der Situation in den polnischen und deutschen Gebieten vom Mittelalter bis um 1948 (Verkündung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte). Dabei sollen, ausgehend von Formen, die die Privilegierung bestimmter sozialer Gruppen und Schichten zum Ziel hatten (z. B. die Stadtbürgerschaft im Mittelalter und der Frühen Neuzeit), verschiedene Phasen der Entwicklung dieses Begriffes bis zu der Ausbildung eines modernen Konzepts der Staatsangehörigkeit (18.–19. Jahrhundert) und der Anerkennung dieser als eines der Grundrechte eines jeden Menschen aufgezeigt werden (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948). In diesem Zusammenhang soll auch der Entwicklung der Wahrnehmung von Rechten und Pflichten des Untertanen und des Bürgers, sowohl durch die Obrigkeit als auch die Bevölkerung bestimmter Gebiete, Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Der geographische Rahmen der Tagung umfasst zwei Bereiche – den historischen polnischen und den deutschen Kultur- und Geschichtsraum. Die politischen Grenzen dieser Gebiete decken sich weitgehend mit dem Territorium des Heiligen Römischen Reichs, Preußens, des Deutschen Bundes bzw. des Deutschen Reichs sowie Polens (Königreich Polen, Polen-Litauen, Rzeczpospolita, Herzogtum Warschau, Kongress-Polen, Zweite Polnische Republik). Untersuchungszeitraum: epochenübergreifend, insbesondere vom Mittelalter bis um 1948.

PROGRAMM

Montag, 20. September

9:30–10:00 Uhr: Grußworte

10:00–10:30 Uhr, Einführungsvortrag: Sven Altenburger M.A. (Georg-August-Universität Göttingen): Die Pflichten des Bürgers. Politische Ideen und Institutionen in Deutschland (ca. 1880–1930)

11:00–12:45 Uhr, Panel I: Vom Bürgerrecht zur Staatsangehörigkeit

Moderation: Andreas Otto Weber

Heinrich Speich (Masarykova Univerzita Brno): Bürger, Stadt und Staat. Standortbestimmung einer Zwangsbeziehung

Oliver Landolt (Stadtarchiv Schaffhausen): Das Bürgerrecht als exklusives Privileg. Das Landrecht im Land Schwyz im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit und seine  Auswirkungen bis in die Gegenwart

14:30–15:30 Uhr, Panel II: Rechte, Pflichten und Ausnahmesituation
 
Moderation: Helmut Flachenecker

Lina Schröder (Julius-Maximilians-Universität Würzburg): (Städtische) Einrichtungen als  Katalysatoren gesellschaftlicher Erwartungen. Zugehörigkeit im vormodernen Seßlach am
Beispiel von Stadtkirche und Bürgerwald

Marek Starý (Univerzita Karlova v Praze): „Souveräne Untertanen.“ Die im Reich regierenden Fürsten als Untertanen der böhmischen Krone in der Frühen Neuzeit

16:00–17:00 Uhr, Panel III: Konfession als potenzieller Ausgrenzungsfaktor

Moderation: Caspar Ehlers

Jiří Brňovják (Ostravská univerzita): The ‘right’ religion. Confessional affiliation and the estates in the Lands of the Bohemian Crown (from the early 17th century until the mid-19th century)

Thea Sumalvico (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg): Macht die Taufe zum Staatsbürger? Judentum, Christentum und Mechanismen des Ausschlusses im deutschsprachigen Raum des 18. Jahrhunderts

Dienstag, 21. September

9:15–10:15 Uhr, Panel IV:  Konzepte der modernen Rechtsbeziehung

Moderation: Wolfgang Wüst

Alicja Kulecka (Uniwersytet Warszawski): The citizen in the ideology of political formations in the time of uprising 1863–1864

Mikołaj Banaszkiewicz (Sankt-Peterburgskij gosudarstvennyj universitet): The Northwestern Gubernias as a laboratory for social change. The contribution of Polish political thought to the development of the concept of citizenship in the Russian Empire

10:30–12:00 Uhr, Panel V: Elitär und egalitär

Moderation: Lina Schröder
Szymon Olszaniec (Uniwersytet Mikołaja Kopernika w Toruniu): The curiales (bouleutai) in the IVth century A.D.: How to escape form the city council?

Jens Blecher (Universität Leipzig): Von der Landsmannschaft zum Bürger. Die nationale
Selbstwahrnehmung und die Selbstorganisation von polnischen Studenten an der Universität Leipzig (1409–1919)

Marcin Jarząbek (Uniwersytet Jagielloński w Krakowie): Right to vote and the concept of citizenship in the Upper Silesian plebiscite in 1921. Conflicted understanding of belonging

13:30–15:00 Uhr, Panel VI: Zugehörigkeit und Ausgrenzung

Moderation: Ryszard Kaczmarek

Wolfgang Wüst (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg): Arme als Staaten-, Herren- und Heimatlose. Zum Problem der Bettler-, Zigeuner- und Vagantenschübe in süddeutschen Territorien der Frühmoderne

Aleksandra Oniszczuk (Uniwersytet Warszawski): If neither citizens, nor foreigners, then what? Paradoxes of the Jewish community's civic and political status in the Duchy of Warsaw (1807–1815)

István Gergely Szűts (Habsburg Ottó Alapítvány Budapest): Flüchtlinge und Staatsbürgerschaft in Ungarn nach dem Ersten Weltkrieg

15:30–17:30 Uhr, Panel VII: Im Spiel der totalitären Staaten

Moderation: Peter Hoeres
Jonathan Voges (Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover): „Ich bitte höflichst zu prüfen, ob es möglich ist, die Ausbürgerung zu annullieren.“ Osteuropäische Juden und ihr Kampf gegen die Aberkennung ihrer deutschen Staatsbürgerschaft am Beispiel des Landes Braunschweig

Wojciech Marciniak (Uniwersytet Łódzki): The issue of Poles’s citizenship in Soviet Union in activity of Polish Embassy in Moscow in years 1945–1948

Schlussdiskussion

 

Tagung des ADNG/WDNG (25.–26.02.2021, DIGITAL)

Europäische Grenzregionen. Neue Wege im Umgang mit historischen Raum- und Grenzkonzeptionen in der Geschichtswissenschaft

gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung

Veranstalter*innen: Lina Schröder, Markus Wegewitz (Arbeitskreis Deutsch-Niederländische Geschichte), Christine Gundermann (Junior-Professur für Public History/Universität zu Köln), Bernhard Liemann, Ilona Riek (Fachinformationsdienst Benelux/Low Countries Studies)

Teildisziplinen wie die Global-, Regional- oder Landesgeschichte haben zu Grenzregionen unterschiedliche theoretische und methodische Zugänge entwickelt. Auch die Public History eröffnet besondere Perspektiven auf die Grenzregionen mit ihren spezifischen Ausprägungen von Geschichtsbewusstsein und Geschichtskultur. Von historischen und kulturellen Konzeptionen geprägt, durch politische Grenzen zerstückelt oder zusammengefügt sowie als Raum von Kooperation und Konflikt sind sie komplexe Untersuchungsobjekte. Anhand zahlreicher Fallbeispiele diskutiert der Workshop den geschichtswissenschaftlichen Umgang mit europäischen Grenzregionen.

Tagungsbericht: Europäische Grenzregionen. Neue Wege im Umgang mit historischen Raum- und Grenzkonzeptionen in der Geschichtswissenschaft, 25.02.2021–26.02.2021 digital (Köln), in: H-Soz-Kult, 26.04.2021, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8914>.

PROGRAMM

Donnerstag, 25. Februar 2021

9:00–9:15 Uhr: Begrüßung/Welcome

9:15–10:00 Uhr, Keynote: Marijn Molema (University of Groningen): Cross Border Perspectives on the Future and Our Past

10:30–11:45 Uhr, Panel I: Grenzerfahrungen, Grenzlanderfahrungen

Moderation: Markus Wegewitz

Johannes Großmann (Universität Tübingen): Rote Zone. Die deutsch‐französische Grenzregion und der Weg in den Zweiten Weltkrieg

Sarah Frenking (Universität Erfurt): Konflikte im borderland. Raumordnung, Grenzerfahrung und Bewegungsweisen an der deutsch-französischen Grenze 1887–1914

Robert Obermair (Universität Salzburg): „Denn darin waren alle einig: Deutschtirol durfte nie welsch werden.“ – Grenzlanderfahrungen als Wurzel ideologischer Radikalisierung am Beispiel Oswald Menghins

13:30–14:45 Uhr, Panel II: Grenzland-Aktivismus/soziale und politische Bewegungen

Moderation: Christine Gundermann

Lisbeth Matzer (Ludwig-Maximilians-Universität München): Das „Deutschtum“ verteidigen. (Dis-)Kontinuitäten im „Grenzland“-Aktivismus zwischen Österreich und Slowenien (ca. 1900–1960)

Markus Wegewitz (Europäisches Kolleg Jena): „Grensland der Demokratie“. Ostbelgien und transnationaler Antifaschismus vor dem Zweiten Weltkrieg

Oswald Überegger (Freie Universität Bozen): Emotionsgeschichtliche Fragestellungen im (grenz-)regionalgeschichtlichen Kontext: Das Beispiel der Südtiroler Unabhängigkeitsbewegung nach 1945

15:30–16:45 Uhr, Panel III: Abgrenzung, Kooperation und Kontakt in Großregionen

Moderation: Bernhard Liemann

Lina Schröder (Universität Würzburg): Benelux – eine durch kulturelle Vielfalt und Föderalismus gekennzeichnete und durch politische Grenzziehung zerstückelte Region

Alexander Svyetlov (Memorial / Museum of Soviet Occupation, Kyiv): Challenges and Opportunities of State Border Re-Territorialisation. The Case Study of the East European Euro-Region

Philipp Heckmann-Umhau (University of Cambridge): Die Grenzregion als Kolonie? Neue Perspektiven auf Bosnien-Herzegowina und Elsass-Lothringen 1871–1918

 

Freitag 26. Februar 2021

9:00–10:15 Uhr, Panel IV: Quellen, Archive und Wissensaustausch in der Grenzregion

Moderation: Ilona Riek

Maike Schmidt (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg): Disposées à ignorer les frontières – Adelsformationen als Schlüssel zu einer transregionalen Verflechtungsgeschichte von „Saar-Lor-Lux“ in der Frühen Neuzeit?

Karl Solchenbach (University of Luxembourg): Die Grenzen aufgezeigt. Technische Innovation und räumliche Abstraktion am Beispiel früher Landkarten der Grenzregion zwischen dem Herzogtum Luxemburg und dem Kurfürstentum Trier (16.–18. Jhd.)

Katharina Schuchardt (Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde, Dresden): Grenzregionen in regionaler Kulturanalyse – Das Beispiel Braunkohle in der deutsch-polnischen Oberlausitz

10:45–12:00 Uhr, Panel V: (Master-)Narratives und die Nation im Grenzland

Moderation: Lina Schröder

Soonim Shin (Wien): Die Grenzregion Lodz 1815–1920 und ihre jeweilige nationale Vereinnahmung durch deutsche bzw. polnische Historiker

Oliver Auge (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel): „Von einem Gegen- über ein Neben- zu einem Miteinander“? Zur Deutung der Grenzregion zwischen Deutschland und Dänemark als Raum nationaler Konfrontation

Saskia Geisler (Fernuniversität Hagen): Die Grenzregion Karelien im Lichte finnischer Bauprojekte in der Sowjetunion

13:15–14:30 Uhr, Panel VI: Grenzen und Citizenship/Zugehörigkeit

Moderation: Markus Wegewitz

Machteld Venken (University of Luxembourg): Elite School Principals and Democratic Citizenship in the Belgian-German Borderlands (1919–1939)

Martin Rohde (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg): Artificial Plurality or National Indifference? How to Deal with Borderland Minorities in the ‘Western Ukrainian Borderlands’, 1880–1939

Leonie Bausch (Central European University Budapest): Nested Belonging and Gender. How to Claim Frenchness in 1918–1919 Alsace

15:00–16:30 Uhr, Podiumsdiskussion und Abschluss

Moderation: Lina Schröder

Diskutant*innen:

Caspar Ehlers (Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte Frankfurt a. Main)

Christine Gundermann (Universität zu Köln)

Georg Mölich (LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte, Bonn)

Peter Techet (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)

 

Website gratis erstellt mit Web-Gear

Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der Autor dieser Webseite. Verstoß anzeigen