SS 2016 "Es klappert die Mühle am rauschenden Bach...": Die Getreidemühle als Infrastrukturzelle?

Vgl. dazu: Schröder, Lina: Cultural Landscapes: Getreidemühlen am Niederrhein und im Hochstift Würzburg. Vergleichende Landesgeschichte in der Praxis. In: Niederrhein-Magazin, H. 23 (2017), S. 30–32.

Im Sinne einer vergleichenden Landesgeschichte wurden nach einer gemeinsamen Erarbeitung des aktuellen Forschungsstandes zur Infrastruktur-Geschichte exemplarisch Getreidemühlen der Rhein-Maas-Region mit solchen des Hochstifts Würzburg zwischen 1648–1750 verglichen. Dabei erarbeiteten Studierende des Historischen Instituts der Universität Duisburg-Essen text- und internetgestützt vier Beispiele in der Rhein-Maas-Region, während die Studierenden des Historischen Instituts der Universität Würzburg drei Mühlenbeispiele des Hochstift Würzburg analysierten. Insbesondere standen hierbei die jeweilige „Hard- und Software“ der Netzwerkzelle „Mühle“, ihre Funktionen, ihre direkten Nachbarzellen sowie die Initiatoren/Betreiber und Nutzer im Fokus. Die einen ersten regionalen Überblick gebenden Ergebnisse wurden kartographisch aufbereitet und am Ende des Semesters in Form einer PP-Präsentation (siehe Rand) uniübergreifend miteinander verglichen und diskutiert. Die Ergebnisse sollten dabei in Form einer History-Slam-Präsentation für den jeweiligen anderen Kurs aufbereitet werden. Der nächste Schritt für die weitere Untersuchung der Mühlenbeispiele wäre ein Besuch der entsprechenden Archive gewesen, was jedoch aufgrund der Kürze des Semesters nicht mehr unternommen werden konnte.

 

Einführung in die Infrastruktur-Geschichte im Rahmen kleiner Forschungen im Archiv

Im Rahmen dieser Übung erhielten Studierende nicht nur die Möglichkeit, sich mit den Forschungsansätzen der Infrastruktur-Geschichte (ISG) auseinanderzusetzen, sondern zugleich auch die praktische Arbeitsweise des Historikers im Archiv einzuüben. Im Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland in Duisburg, wurden nach einer theoretischen Einführung in die Grundlagen der ISG sowie in die Thematik der beiden von den Studierenden ausgewählten Beispiele an drei Vormittagen exemplarisch die Bestände zu zwei Außenseitergruppen durchforstet: zum einen standen Räuber- und Diebesbanden im Großherzogtum Berg aus Sicht der Polizeibehörden im 18. Jahrhundert, zum anderen die Zeugen Jehovas aus der Perspektive der Gestapoleitstelle Düsseldorf für die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen im Fokus der Untersuchung. 

Die Studierenden gingen davon aus, dass beide besagten Außenseitergruppen von den jeweiligen Obrigkeiten durch ihr Bestehen und ihre Aktivitäten als eine Art Bedrohung des eigenen Herrschaftssystems wahrgenommen wurden, welche es mittels einer entsprechenden Handlungsinfrastruktur zu eliminieren galt. Diese greifbar zu machen und zu dokumentieren, war nun das Ziel der jeweiligen Untersuchungen. Die Forschungsergebnisse wurden im Rahmen zweier Aufsätze in der Jubiläumsausgabe Nr. 20 des Niederrhein-Magazins publiziert.

Die Ergebnisse können unter folgendem Link abgerufen werden:

https://www.uni-due.de/inkur/magazin.php?zeigeband=20#3

 

Rezensionen lesen und schreiben – Eine praxisorientierte Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten an der Universität Duisburg-Essen

Vgl. dazu: Schröder, Lina: Rezensionen lesen und schreiben. Eine praxisorientierte Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten an der Universität Duisburg-Essen, Literaturkritik.de, H. 3 (2015), http://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=20392.

Im Wintersemester 2015/16 wurde für die Studierenden der Geschichtswissenschaft an der Universität Duisburg-Essen zum fünften Mal in Folge die Übung „Historische Rezensionen lesen und schreiben“ angeboten, im WS 2016/17 erstmals nun an der Universität Würzburg. Der Gedanke, die im Rahmen der Übung erarbeiteten Besprechungen wissenschaftlicher, zum geringeren Teil auch populärwissenschaftlicher oder literarischer Publikationen tatsächlich auch zu veröffentlichen, stieß bei der Essener Redaktion von literaturkritik.de auf Interesse. Inhaltlich galt es vor allen Dingen, die traditionell eher „trockene“ Einführung in das wissenschaftliche Rüstzeug des Historikers spannend zu gestalten. Die Studierenden wählen zu Semesterbeginn meinstens zu zweit einen Besprechungstitel aus, das Buch wird dann im Verlaufe des Semesters buchstäblich auseinander genommen. An dieser Stelle sei den Buchverlagen gedankt, die im Rahmen eines Vertrauensvorschusses das Projekt immer wieder durch die Zusendung der gewünschten Besprechungstitel z.T. in doppelter Ausfertigung unterstützen.

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