© Lina Schröder

 

Mit dem Zellenmodell ist in der Dissertation ein erstes Arbeitsmodell entstanden, welches das Phänomen Infrastruktur in klare Begrifflichkeiten kleidet. So wird Infrastruktur nicht mehr in die drei Kategorien materiell, sozial und institutionell unterteilt, sondern als Zellengefüge verstanden. Jede Zelle setzt sich aus einer Hard- und einer Software zusammen, womit die materielle und institutionelle Komponente von Infrastruktur Berücksichtigung finden. Ihre Funktionen und konkrete Schaltung im Gefüge sowie die Positionierung der Protagonisten als Initiatoren, Betreiber, Nutzer und Beobachter spiegeln die soziale Dimension von Infrastruktur wider. Infrastruktur wird somit als Gesamtheit gedacht: Die einzelne Infrastrukturzelle wird damit auch in direkter Verbindung zu ihrer Nachbarzelle gesehen und nicht nur, wie bisher, die einzelne Hardware in ihrem direkten sozialen Umfeld. Da das Zellengefüge nichts anderes als ein Netzwerk ist, spreche ich mich für die synonyme Verwendung der Begriffe Infrastruktur und Netzwerk aus.

Da das gesellschaftliche Leben durch die beiden Aspekte Versorgung und Organisation determiniert wird, führt dies unweigerlich zur Unterscheidung einer Versorgungs- und Handlungsinfrastruktur, letztere zu analysieren ist insbesondere bei gescheiterten Infrastrukturprojekten bzw. bei solchen, wo eine Realisation entgegen aller Erwartung erfolgreich war, interessant. Ihre Netzwerkzellen treten, in Anlehnung an die historische Netzwerkanalyse, an die Stelle der Akteure und ermöglichen komplexitätsreduzierend eine transnationale, ebenenübergreifende - und damit hierarchische Strukturen aufbrechende - Analyse der unterschiedlichen Protagonisten, ihrer Ziele, Obtionen und Handlungsmuster.

Eigene Homepage, kostenlos erstellt mit Web-Gear

Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der Autor dieser Webseite. Verstoß anzeigen